Verfasst von: Bri | 10. September 2013

Erinnerungsfetzen

Wieder einmal stehe ich vor dem Problem: Wie kann ich ein Buch bewerten, das ich nicht zu Ende gelesen habe? Wie kann ich es rezensieren? Nun ich versuche es einfach mal.

SouvenirsDer Klappentext zu David Foenkinos Souvenirs versprach eine lohnenswerte Lektüre, darauf habe ich mich verlassen. Leider wurde ich etwas alleine gelassen damit. Vielleicht hatte ich auch einfach falsche Erwartungen. Immerhin hatte ich in den letzten Monaten immer wieder versucht, das Buch zu beenden – allein, es gelang mir nicht. Denn einmal aus der Hand gelegt, fiel es mir schwer, den Anschluss an die Geschichte wieder zu finden, obwohl ich den Roman nicht wirklich schlecht fand.

Angefangen hat die Geschichte um den jungen Mann, dessen Name mir zugegebenermaßen nach nunmehr 9 Monaten doch entfallen ist, recht hoffnungsfroh. Sicher, er war auf der Suche nach sich, nach der Zukunft, nach der großen Liebe … also nichts so Ungewöhnliches für Menschen Anfang zwanzig. Doch wie gesagt versprach der Klappentext eine vielleicht etwas schräge aber lohnende Lektüre.

Tatsächlich aber passieren dem jungen Mann einfach ein paar eher unangenehme Dinge zuviel in kurzer Zeit, die in aber nicht wirklich zu berühren scheinen. Denn er ist vollauf mit sich und seinem Leben beschäftigt. Nicht, dass er nicht versucht, seine Großmutter, der es im Altersheim offensichtlich nicht gefällt, ab und zu mal zu besuchen – naja, ihr Mann ist ja erst gestorben, da tut ihr die Aufmunterung durch die anderen Insassen vielleicht ja gut (Achtung Ironie). Aber prinzipiell erscheint der junge Mann eher als sehr egozentrisch und nicht gerade sympathisch.

Und das mag auch ein Problem bei diesem Roman gewesen sein – die fehlende Möglichkeit sich zu identifizieren, eine sympathische Figur auszumachen. Gut, die Großmutter war klasse – aber die ist ja leider verschwunden und der Enkel zu sehr beschäftigt, seine große Liebe zu finden. Sogar die Suche nach der verschwundenen Großmutter ist nur ein Alibi für seine eigenen Vorhaben …

Als kleine Auflockerung hat David Foenkinos zwischen die Kapitel wahllos Erinnerungsfetzen = Souvenirs berühmter und nicht berühmter Personen gestreut. Ob diese authentisch oder fiktional sind, kann ich nicht sagen, nur dass ich es anfangs angenehm fand und es mit der Zeit nur lästig wurde.

Eines jedoch hat Foenkinos geschafft: Mir dieses Buch bis zu der Seite, an der ich es in der Hoffnung weiterzulesen zugeklappt habe, in Erinnerung zu belassen – auch über 9 Monate lang.

Wer sich – wie ich immer anraten möchte – einen eigenen Eindruck verschaffen will, sei auf die Verlagsseite verwiesen.

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Responses

  1. Schade, dass du nicht wirklich hineingefunden hast, in die Geschichte – ich habe „Souvenirs“ gerne gelesen, fast noch lieber als „Nathalie küsst“, es war wohl aber erst einmal mein letztes Buch von Foenkinos denn irgendwie wiederholt es sich dann doch, wenn man erst einmal eines gelesen hat.

    • Es gibt einfach Bücher, an die man nicht rankommt – und wenn es nach mehrmaligem Versuch nicht klappt, dann erzwinge ich nichts mehr 😉


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