Verfasst von: Bri | 5. Juli 2013

Trügerisch schöner Schein …

nicevilleGegründet von vier Familien liegt Niceville am Fuße eines hohen Felsen, in dessen Mitte etwas Mysteriöses und an dessen Grund ein schwarzer See liegt. Legenden aus alter Zeit erzählen schon von den merkwürdigen Dingen die in und um Niceville passieren. Es verschwinden Menschen, sehr viel öfter als in anderen Städten der USA und es handelt sich hier um tatsächliches Verschwinden ohne Spur und ohne Wiederkehr.

Bis eines Tages Rainey Teague buchstäblich vom Erdboden verschluckt wird und nach zehn Tagen dort gefunden wird, wo es überhaupt nicht möglich ist. Er fällt ins Koma und die Ermittler rund um Nick Kavanaugh tappen im Dunkeln.

Ein Jahr später gelingt zwei Räubern ein spektakulärer Banküberfall. Ein dritter Mann verhilft den beiden zur Flucht – ein Profi auf seinem Gebiet, das ist klar. Einer, der das Handwerk des gezielten Schusses perfektioniert hat und die Strukturen und Abläufe bei der Polizei bestens kennt. Trotz der gelungenen Flucht kommt es zu einer Schießerei zwischen Merle Zane und Charlie Danziger – nicht weniger Profis als ihr dritter Mann – die beide schwerverwundet überleben. Was hat sie dazu getrieben, sich dieses Duell zu liefern? …

An diesem Punkt angekommen, verwebt Carsten Stroud seine äußerst geschickt aufgebaute und mit Spannung gespickte Handlung zwischen Dichtung und Wahrheit. Mysterium und Realität begegnen sich, obwohl sie auf unterschiedlichen Ebenen unterwegs sind. Nicht gänzlich durchschaubar sind die Zeit- und Raumebenen, aber zu erahnen. Und das macht einen Teil des Reizes aus, den Niceville auf uns Leser ausübt.

Immer wieder zeigt Stroud Szenen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, macht uns zu Verbündeten, versorgt uns mit mehr Wissen, als die Protagonisten. Das reizt und lässt das Buch nicht aus der Hand legen. Tiefste Verwicklungen tun sich auf, jeder scheint etwas zu Verbergen zu haben oder etwas zu wissen, was ein anderer verbirgt. Ein Netz aus Lügen und Straftaten, aus Drohungen und Übergriffen entspannt sich und eines wird wieder einmal klar: Verbrechen lohnen nicht wirklich – oder? Vielleicht doch.

Der Zug, den die Geschichte entwickelt, erinnert an Winslows Kings of Cool – Stroud schreibt ebenso drängend und direkt, aber mit etwas mehr Witz und Freude an Hintergründigem. Übersinnliches driftet nicht zu weit ab, um nachvollziehbar zu sein. Das spricht auch Leser an, dich sich nicht so sehr mit Akte-X Fällen beschäftigen. Ein überaus gelungener Genre-Mix, der Lust auf mehr macht.

Das Mehr gibt es dann auch für die deutschen Leser ab August 2013, den Abschluss der Trilogie leider erst ein Jahr später. Aber bis dahin kann man die beiden ersten Bände noch einmal zur Hand nehmen und abtauchen in die Untiefen von Niceville.

Informationen zu Buch und Autor wie immer auf der Verlagsseite. Das Buch selbst – na beim Buchhändler des Vertrauens …

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