Verfasst von: Bri | 25. Mai 2013

Die dunkle Seite des Périgords

“ Es gäbat a Leich‘ „  würde es in Gegenden heißen, in denen auch Martin Walker derzeit auf Lesereise mit Femme fatale  weilt …

Bruno Courrèges ist prompt zur Stelle, als er über per Handy und „Dorffunk“ informiert wird, dass ein Boot mit einer nackten Frau auf der Vézère mitten durch St. Denis treibe. Als das Boot schließlich gestoppt werden kann ist klar, die merkwürdigen Zeichen auf dem Körper der Frau sind keine Tätowierungen und die Frau ist tot. Bisher hatte Bruno eher Todesfälle mit handfestem Hintergrund aufzuklären, doch dieses Mal scheint eine überirdische Macht ihre Hand im Spiel zu haben: Der Leibhaftige persönlich.

Dass der Stadtpfarrer und so einige andere Gemeindemitglieder an Satanismus glauben, stört zwar den Bürgermeister von St. Denis, der gerade mit einem profitablen Bauprojekt beschäftigt ist, kurbelt aber dennoch den Tourismus an. Nachdem scheinbar auch noch in der bei Touristen beliebten Tropfsteinhöhle eine schwarze Messe abgehalten wurde, gibt es für Pater Sentout nur eines: Er wird unter Beteiligung der Öffentlichkeit einen medienwirksamen Exorzismus durchführen.                                                                                          978-3-257-06862-7

Bruno hat derweilen aber nicht nur mit dem mysteriösen Vorgängen in St. Denis zu tun, sondern mit eigenen frühlingshaften Gefühlsverwirrungen. Isabell kommt mal wieder für ein paar Tage in sein Leben zurück und er fragt sich, wie schon die vier Bände zuvor, auf eine Neues, ob sie oder Pamela – die derzeit in Großbritannien die Pflege ihrer schwer kranken Mutter zu organisieren versucht – die Richtige für ihn ist …

Martin Walker hat es auch in seinem fünften Périgord Krimi geschafft, die perfekte Mixtur aus wunderbarem Lokalkolorit, gesellschaftlich-sozialem Hintergrund und gewohnt guter spannender Unterhaltung zu finden. Alte Bekannte tauchen auf, noch nicht so bekannte Bewohner von St. Denis treten ins Rampenlicht – man fühlt sich bei der Lektüre, als wäre man zum obligatorischen und und längst überfälligen Besuch bei guten Freunden im Herzland Frankreichs angekommen.

Die Fäden, die Walker zur Lösung von Brunos nunmehr fünftem Fall spinnt, verdichten sich langsam aber unaufhaltsam zu einem auch für den Leser unentrinnbaren Netz. War das Ende von „Delikatessen bereits fulminant, so steigert sich Walker in „Femme fatale“ auf eine Neues und Bruno hat alle Hände voll zu tun, um nicht unter die Räder zu kommen. Und das macht er wie immer gekonnt souverän. Die Frage ist allerdings, wie sich Martin Walker im nächsten Fall für Bruno steigern will, ohne den Überblick zu verliehen oder sich im Netz zu verheddern.

Für Fans von Hardcore-Krimis, in denen viel Blut fließt, sind die Bruno Krimis aber nach wie vor zu ausgeschmückt mit Nebenschauplätzen, die das Herzstück Frankreichs vor dem geistigen Auge so klar und schön erstehen lassen, als wäre man dort. Wer aber gerne einen Krimi mit lebensechten Nebensträngen liest, sollte unbedingt zu dieser Reihe greifen.

Eine nette kleine Beilage zum Buch, in der diverse Urlaubstipps und weiterführende Internetrecherchemöglichkeiten aufgeführt sind gibt es auch noch.

Informationen zum Buch sind auf der Verlagsseite zu finden und Bruno selbst hat mittlerweile ebenfalls eine eigene Seite, zu der es hier lang geht.

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Responses

  1. […] Brunos fünftem Fall Femme fatale hatte sich Martin Walker auf das Parkett der Zwischenwelt von Mystik und dunkler Magie begeben, […]


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