Verfasst von: Bri | 17. März 2013

Die zweite Gastrezension von Rallus – Dem Wahnsinn anheim gefallen ??? …

Agentin des Chaos oder Chaosagentin
Man braucht schon eine gehörige Schippe Wahnsinn, um sich in dem Paralleluniversum von Jasper Fforde zurecht zu finden.
Als ich das Buch vor 8 Jahren zum ersten Mal in die Hand nahm, hatte mich das Leben damit wohl noch verschont und ich konnte so gar nichts mit dem bunten Treiben von Thursday Next anfangen.
Aber ein zweiter Blick heute – 8 Jahre gealtert und den meisten Illusionen beraubt – hat sich gelohnt!                                                                                                                der_fall_jane_eyre-9783423212939
Hatte ich noch vor Jahren die Logiklöcher und springende Handlung bemäkelt, haben sie mir heuer nichts mehr ausgemacht.
Der Fall Jane Eyre ist immer noch kein literarisches Großwerk, bewegt sich sprachlich auf einfachem Niveau, hat mich aber durch die schmissige Authenzität und die bunte so ganz andere Welt, in der Wales z. B. eine eigene Republik ist, in den Bann gezogen.
Fforde hat zusätzlich auch noch witzige Ideen, wie den SarkasmusFrühwarner, Bücherwürmer die Apostrophen furzen und das ganze Buch sprachlich durchschütteln und das ProsaPortal um das sich die Geschichte rankt.
Thursday Next ist unsere Heldin, Mitte 30 unverheiratet und Agentin bei SpecOps, genauer gesagt als LitAgs in Bereich 27.
SpecOps ist in mindestens 64 Teilbereiche unterteilt und die ersten 20 Bereiche sind strengstens geheim.
Aber Stop!
Was ist ein LitAg? In der Welt von Fforde ist Literatur ein Massenphänomen und hat größere Beliebtheit als hierzulande.
Ein Lit(eratur)Ag(ent) trennt Originale von Fälschungen, da sich mit Literatur viel Geld verdienen kann.
Es existieren Charlotte Bronte Clubs, Diskussionen über die Herkunft der Werke von Shakespeare, ja fast jeder ist literarisch sehr gut bewandert, Bücher werden quasi durch die Mutterbrust aufgesogen.
Beim ProsPortal kommt der Böse ins Spiel, Acheron Hades, ein schlimmer Übeltäter der das Originalskript von Charles Dickens Martin Chuzzlewit stiehlt dazu noch Thursdays Onkel Mycroft (Anlehnung an Microsoft?) um mit seiner Hilfe und des ProsaPortals, das Buch zu verändern.
Thursday Next ist eine der wenigen die sein Gesicht kennen und gegen seine Einflussversuche immun sind.
Eine wirklich irre James Bond artige Verfolgung entsteht, in deren Verlauf auch immer mal wieder Thursdays Vater und ihr Ex-Verlobter eine Rolle spielen.
Irre ist vielleicht noch untertrieben, doch Fforde verfällt in keine Klischees oder Kitschfallen.
Seine Heldin bietet genug Fraulichket für die weiblichen Leser, aber auch genug Robustheit für die Männlichen.
Unterlegt ist das Ganze mit Auszügen aus Biographien der Betroffenen, Interviews oder Zeitungssplittern als Entree jeden Kapitels.
Fforde behält seinen Rhythmus und Geschwindigkeit den ganzen Roman über bei, selbst auf den letzten Seiten passiert etwas unvorhergesehenes.
Und es ist einfach kurzweilig, leider viel zu schnell verfliegen die Seiten, über die eingangs gerissenen Logiklöcher oder Handlungsstolperer sieht man hinweg, man giert regelrecht nach mehr Thursday.
Ein Wahnsinnsdebüt was mehr erwarten läßt und ich hoffe daß Fforde nicht in die Falle von vielen Serien tappt und seinen Erfolg einfach nur wiederholt.
Viele Ansätze schreien geradezu nach tiefer gehender Geselschaftskritik und ausgereifteren Charakteren.
Außerdem sind einem die Figuren auch so ans Herz gewachsen, daß man es ihm nicht verzeihen würde, genau wie die Bücher um die es in dem Buch geht.
Natürlich volle Punktzahl und danke an die Namens-Mitinhaberin in LB, die mich zu dem zweiten Versuch animierte!

Weitere Infos zum Buch wie immer auf der Verlagssseite!

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