Verfasst von: Bri | 6. September 2012

Auf ins Périgord !

St. Denis ist ein kleines (leider fiktives, doch sehr authentisch anmutendes) Städtchen des Périgord. Einer der schönsten und vielfältigsten Kulturlandschaften Frankreichs.

Bruno Courrèges, der smarte Chef de police von St. Denis ist zwar kein waschechter Périgourdin, aber komplett integriert in eine Gemeinschaft, in der Nachbarschaftshilfe, Freundschaft und Zusammenhalt sogar gegen die Kommissare der europäischen Aufsichtsbehörde für Lebensmittelkontrolle, die regelmäßig auf dem Wochenmarkt von St. Denis nach nicht eu-konform produzierten Leckereien Ausschau halten. Aber was wäre der Franzose, respektive der Perigourdin ohne seine produits artisaneaux. Da reiht sich sogar ein Chef de police in die Reihe der Saboteure ein.

Doch jäh wird die Idylle gestört, als es gilt, einen Mord, ja auch im Périgord wird gemordet, aufzuklären.Bei der Lösung des Falles erhält Bruno Schützenhilfe durch verschiedene Instanzen der französischen Polizei und wir Leser damit viele Einsichten in die administrative Aufteilung der französischen Staatsmacht.

Detaillierte Exkurse in die nicht allzu ferne französische Geschichte (z. B. zur Widerstandbewegung im Périgord während des zweiten Weltkriegs)  heben Martin Walkers Erstling deutlich aus der Masse der Kriminalromane heraus. Bruno hat das Zeug dazu, der französische Brunetti zu werden. Denn auch wie bei Donna Leons Brunetti Krimis geht es Martin Walker nicht vordergründig um die spektakuläre Lösung eines brutalen Verbrechens, sondern ebenso um die authentische Darstellung der modernen Gesellschaft und deren kulturellen Wurzeln.

Auch wenn der Autor kein Franzose, sondern ein im Périgord lebender Schotte ist, so schafft er es, das südfranzösische Lebensgefühl durch die vielen Nebenschauplätze wunderbar zu erstrahlen zu lassen.

Freunde des hartgesottenen Kriminalromanes allerdings dürften von den eingeschobenen Lebensgeschichten Brunos und dessen Anschauungen eher gelangweilt sein. Lesern, die in einem Krimi nicht nur nach Brutalität und atemberaubender Spannung suchen, sei dieser aber ausdrücklich ans Herz gelegt. Zumal Bruno der Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit deutlich bewusst ist und er der Gerechtigkeit immer wieder zu ihrem Recht verhilft *gg*. Das ist ein Mann ganz nach meinem Geschmack – und kochen kann er auch noch!!

Wer mehr über Bruno und seine Aktivitäten erfahren möchte, besuche ihn auf seiner eigenen Webseite oder beim Diogenes Verlag

Und wer keine Zeit oder Lust zum selbst lesen hat, der sollte bei audible mal reinhören.

Bruno, Chef de police

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: