Verfasst von: Bri | 6. Februar 2012

Ein wahrer Gentleman

William Strether  kann Geschichten erzählen vom ersten Weltkrieg und den Erscheinungen von Mons – denn er war dabei. Zumindest erscheinen seine Geschichten dazu so glaubhaft, dass er als Kriegsheld hochdekoriert und mit wahrhaft männlicher Haltung und Ausstrahlung versehen, für den französischen Journalisten Max Goffard das ideale Sujet für einen Artikel abgibt. Ob es nun Engel waren oder die Bogenschützen von Azincourt, die den englischen Truppen in Mons einen geregelten Abzug gegen die an Zahl übermächtigen Deutschen ermöglichten – das bleibt Spekulation. Wie so manches andere um die Person des Gentleman Strether – ausser, dass er ein Geheimnis hat, dem Goffard nicht wirklich selbst auf die Spur kommt.  Denn Strether weiß, WIE man als MANN zu LEBEN hat.

Dem wirklich guten Plot der Geschichte sind die vergebenen drei Sterne zuzurechnen – da hätte mehr daraus werden müssen. Hédi Kaddour verpasst es leider, allen eingeführten Hauptfiguren auch echte Plätze zuzuweisen. Und das lässt die Geschichte unausgereift und die Personen schlecht entwickelt erscheinen. Leider, denn das Geheimnis, das Strether mit sich trägt, lässt sich teilweise erahnen, die Auflösung desselben lässt dem Leser ein „hab ich es doch geahnt“ entfahren – und somit Sympathie für den Autor und seinen Roman empfinden. Aber die Sprache bleibt eher kühl, die Personen, an die man sich langsam (man könnte auch sagen langatmig) gewöhnt hat und deren Aufgabe in dem Spiel nicht klar ist, verschwinden noch dazu und tauchen nur ganz kurz zum Schluss wieder auf. Das wäre dann auch nicht mehr nötig gewesen. Einzig die Auflösung des Geheimnisses ließ mich am Ball bleiben und das ist mir zu wenig.

Hintergründe zum ersten Weltkrieg und die Zeit um 1930 in England und das tatsächliche Geheimnis, das ein großes gesellschaftliches Problem beschreibt, kann man als Leseempfehlung angeben. Möchte man sich aber über diese Themen eingehender informieren gibt es dazu sicherlich auch spannend zu lesende Fachliteratur.

          Weitere Infos zum Buch gibt es hier

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