Verfasst von: Bri | 6. September 2011

Bewegungsarten gibt es viele

Ines Kiefer ist jung, gerade mal 19 Jahre alt, als sie für ihre Ausbildung im Hotel ein Gesundheitszeugnis benötigt. Immer wieder vergisst sie,einen Termin dafür zu vereinbaren – vielleicht ein Wink des Schicksals? Wer weiß. Klar ist nur eines nach der Untersuchung – irgendwas ist da an einer ihrer Rippen, was da nicht sein sollte. Nach mehreren Untersuchungen, die noch immer keine Klarheit bringen konnten, lässt sie sich in eine Spezialklinik für Thoraxchirurgie einweisen, um sich dort einer Operation zu unterziehen.

Ines Kiefer, früher im Karnevalsverein in der Garde und auch sonst eine leidenschaftliche Tänzerin, wacht nach der OP auf – nicht in der Klinik, in der sie operiert wurde, sondern in einer anderen Klinik und fast einen Tag später. Sie ist ab der Brust querschnittgelähmt. Die Ärzte machen ihr Hoffnung, dass sich die Lähmung innerhalb eines Vierteljahres wieder zurück bilden könnte – doch so ist es nicht. Ines akzeptiert ihre neue Bewegungsart – denn nichts anderes ist es für sie. Ines ist und bleibt Ines, ob auf zwei Beinen oder im Rollstuhl.

Und sie geht ihren Weg. Sie erfüllt sich ihre Träume von früher. Hochzeit, Kind, Beruf. Wird sogar Model – LeserInnen, die des öfteren Bio-Magazine in den Händen halten, erkennen sie sicherlich auf dem letzten der in der Mitte des Buches abgebildeten Fotos wieder. Sie ist die schöne rothaarige Frau, die für eine Naturkosmetikfirma modelt.  Die Bilder zeigen noch etwas erstaunliches: eine hübsches unternehmungslustiges Mädchen vor der Lähmung und eine strahlendschöne junge Frau mit und ohne Kind nach der OP. Vielleicht gehört dazu viel Mut, vielleicht ist es eine Charaktersache. Ines Kiefer jedenfalls möchte ihr jetziges Leben, mit Mann und zwei Kindern, um nichts in aller Welt tauschen und den Vorfall rückgängig machen, denn sie ist sich sicher, das alles gehört zu ihrem Leben dazu und hat die Ines geprägt, die sie ist.

Das Glück geht nicht zu Fuß ist ein sehr persönliches und direktes Buch. Es erzählt von den Schwierigkeiten mit ganz alltäglichen Dingen und Situationen und mit uns Fußgängern. Es nimmt den Leser mit, in den Mittelpunkt des Lebens der Ines, ohne Trennscheibe, gleichgültig ob es nun um Beziehungen oder Rollstuhlmodelle geht.

Sicherlich keine Hochliteratur, ist dieses Buch ein tiefer Einblick, den zu gewähren es einer gehörigen Portion Mut bedarf.

Empfohlen sei es all jenen, die glauben, solch einen Schicksalsschlag nicht verkraften zu können und denjenigen, die einfach ihren Horizont auf ein Neues dehnen möchten. Denn es macht eins ganz klar: wie sich etwas anfühlt, wie man auf etwas reagiert, wie man damit umgeht, kann man nur erfahren, wenn es eintritt.

Infos zum Buch sind unter

http://www.droemer-knaur.de/buecher/Das+Gl%C3%BCck+geht+nicht+zu+Fu%C3%9F.7760333.html

zu finden

 

 

 

 

 

 

©BvF

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