Being Zola Jackson

Was bringt ein Individuum dazu so und nicht anders zu handeln ?

Autor Gilles Leroy begibt sich mitten ins Auge des Sturms. Draußen wütet Katrina und lässt New Orléans untergehen während im Inneren Zola Jacksons andere Stürme aufkommen. Sprachlich wunderbar schlicht, versetzt mit einem Hauch Poesie schlüpft man in Zolas Gedankenwelt. Sie ist hart im Nehmen, mitleidlos, direkt.
Zola, Witwe, verwaiste Mutter, gebildete Schwarze glaubt wie so viele Bewohner damals daran, dass die Dämme halten. Glaubt an die Regierung und muss miterleben, wie die Versprechen der Politiker sich buchstäblich im Wasser auflösen.
Fliehen kann sie nicht . No place to run, no place to hide. Wie das Gros der vorwiegend farbigen armen  New Orléanser, deren Heime unterhalb des Meeresspiegels liegen.

Aber nicht nur Menschen mussten vor Katrina fliehen. Was wird aus den geliebten Mitbewohnern? Den Hunden, den Katzen, den anderen Tieren in New Orléans? Zola glaubt nicht nur an die Regierung und deren Beteuerungen, die Dämme würden dieses Mal halten, sie hat auch Angst davor, was aus ihrem geliebten Hund Lady wird, wenn sie ihr Heim verlässt. Auch deshalb bleibt sie zurück. Gemeinsam mit Lady, und begibt sich mit ihr in die Fluten der Erinnerung. Erinnerung an die Zeit vor ihrem großen Verlust, an die Zeit, in der sie schon einmal einem großen Sturm getrotzt hat.

Damals gelang es ihr und auch den unzähligen späteren Stürmen stellte sie sich unverzagt entgegen.
Zerbrochen ist sie an der grausamen Unvermeidlichkeit des Schicksals .
Doch nicht ganz.  Liebe, Fürsorge und Hoffnungsfünkchen stecken noch in der knorrigen alten Schachtel die wir beim Lesen womöglich gerade wegen ihrer Ambivalenz und gleichzeitigen Unnachgiebigkeit lieb gewannen.

Gilles Leroy erreicht dies mit knapper, manchmal fast schon dürftig anmutender, treffsicherer, dennoch zwirbeliger Sprache in der Zolas Härte und  Seelenschmerz durchschimmern.
Gleichzeitig malt er Bilder von so poetischer Kraft, dass man sich kaum im Auge des Sturms wähnt.

Zolas Weigerung, New Orléans ohne Lady zu verlassen führt auf vielen Ebenen zu Klarheit und Versöhnung und bestätigt sie komplett in ihrem Tun.

Leroy hat bereits in Alabama Song (Bri hat es bereits gelesen und rezensiert) seine Fähigkeit bewiesen, aus einzelnen Versatzstücken ein grandioses Gefühls- und Stimmungsbild zu schaffen. Auch bei Zola Jackson ist ihm dies in einnehmender und direkt treffender Weise gelungen. So dünn das Büchlein, so fein die Sprache, so unglaublich nah kamen wir der Geschichte, lebten schon fast mit ihr. Ob er, wie dem Klappentext zu entnehmen ist, vor allem die weibliche Seele einzufangen befähigt ist, wollen wir so nicht bestätigen. Menschen sind es, die ihn interessieren. Und diese stellt er in all ihren Facetten äußerst glaubwürdig dar.

Fazit: bestes Kopfkino – wir sind gespannt auf das, was Leroy uns noch präsentieren wird.

 

 

 

 

 

Für mehr Info zum Buch gehts hier lang

 

Verfasst von: Bri | 2. Januar 2012

Demnächst in diesem Kino

wird es eine Gemeinschaftsrezension mit meiner LB Freundin Thursdaynext geben. Die erste Gemeinschaftsrezension hat sie mit unserer gemeinsamen Lesegefährtin Bücherelfe erstellt und scheinbar Gefallen daran gefunden.

Ich freue mich auf jeden Fall darauf, gemeinsam mit ihr dem Sturm zu trotzen, was wir auch nur konnten, weil das Elfchen das Buch auf Wanderreise geschickt hat. Danke für dies und das *gg*.

 

 

Verfasst von: Bri | 24. Dezember 2011

Euch allen

wunderbare Festtage, Zeit für eure Lieben und euch selbst, Zeit mal aus dem ganzen Alltagswahnsinn auszusteigen und innezuhalten.

Wir sehen uns!

Eure Bri

Verfasst von: Bri | 29. November 2011

Advent, Advent

Adventskalender gibt es zuhauf – mit Süßigkeiten oder kleinen nützlichen Dingen gefüllt … Hier wird es auch etwas wie einen Adventskalender geben, bei dem sich alles – wie könnte es anders sein – um Literatur, Sprache, Wörter, Sätze oder Szenen dreht.

Hier werden sich meine Lieblingszitate tummeln und einander begegnen.

Also, wir sehen uns spätestens am 01. Dezember beim Öffnen des Adventskalenders!

Klingende Nächte bis dahin …

Verfasst von: Bri | 20. November 2011

Ketzer und Büchergeheimnisse

Nach Wochen – eher gefühlten Monaten – sitze ich nun also auch hier in der Taverne und versuche meine Gedanken zu sortieren.

Mr. Rail ist bereits über den Marktplatz gewandert und hat sich in den Lesezelten verschiedener Erzähler umgesehen Sophia Underhill ist selbst zu Wort gekommen, verschiedenste Aspekte der Geschichte um Giordano Bruno wurden unterschiedlichst beleuchtet und zu guter Letzt wurde Bruno und seine Zeit uns ebenfalls näher vorgestellt. Nur leider nicht von der Erzählerin im Lesezelt, aber gut, manchem wäre das vielleicht zu langatmig geworden. Ich allerdings hätte gerne erfahren, wie man es schafft, der Inquisition zu entkommen und nach nur sieben Jahren Königsberater zu sein. Eine steile Karriere würde ich meinen, die einiges voraussetzt. Nun ja, vielleicht empfand Bruno das als zu indiskret und hat deshalb lieber die Geschichte der Suche nach einem für ihn extrem wichtigen und angeblich nicht existenten Buch erzählen lassen. Allerdings kamen ihm während der Suche in Oxford noch ein paar sehr mysteriöse Morde in die Quere und das Buch … wer weiß schon, was damit wirklich passiert ist und ob er es je finden wird. Ich werde es wohl nie erfahren, obwohl ich mich schon lange und ausgiebig mit Büchern und ihrem Schicksal beschäftigt habe.

Versteckt und gehütet, verbrannt und verleugnet wurden Bücher, deren Inhalt als gefährlich erklärt wurde, sehr häufig. Als gefährlich erklärt von etablierten Machthabern, der Kirche oder wem auch immer es nicht passte, dass das Individuum unabhängiger werden könnte von den vorhandenen Strukturen. Ausgenommen ist davon – wie auch in Brunos Geschichte – weder die sich als wahre bezeichnende römisch-katholische Kirche, noch die anglikanische, die ja bekanntermaßen von Heinrich VIII gegründet und zur Staatskirche ernannt wurde, da ihm der Papst die Scheidung von seiner ersten katholischen Frau Katharina von Aragón verweigert hatte. Beide Kirchen bezeichneten als Ketzerei, was ihren Vorstellungen zuwider und ihrem Einfluss gefährlich war. Gehemmt wurde dadurch vor allem die Wissenschaft, die sich aufmachte zu neuen Ufern.

Was mir trotz der manchmal recht  ausschweifenden Erzählweise nicht klar ist: weshalb wird das Buch, nach dem Bruno sucht auch von den Engländern als nicht existent und gefährlich gehandelt? Walsingham – der Berater Elisabeth I – ist vor allem an Informationen über sogenannte Papisten interessiert – Menschen, die dem alten katholischen Glauben im Geheimen noch anhängen und ihn praktizieren. Seine Angst: eine Invasion aus dem katholischen Frankreich, um Elisabeth zu ermorden und an ihrer Stelle die katholische Hoffnung Maria Stuart als Königin von England einzusetzen. Er schafft sich an Netzwerk an Informanten – man könnte sagen, er schuf den Geheimdienst in England – die er zum größten Teil aus eigener Tasche zahlte und ließ Menschen jeder Schicht, die die katholischen Riten im geheimen praktizierten unbarmherzig verfolgen und hinrichten. Der Grund dafür mag sein, dass er genaueste Schilderungen über die brutale Verfolgung der Hugenotten in Frankreich und die Geschehnisse in der Bartholomäusnacht durch seinen Schwiegersohn Philip Sidney erhalten hatte. Sidney hatte sich tatsächlich lange auf dem Kontinent aufgehalten und in der Bartholomäusnacht mit anderen englischen Protestanten in der englischen Botschaft Zuflucht gefunden. Hätte mir die Erzählerin auch von diesen Hintergründen etwas mitgegeben, hätte ich so einiges mehr verstanden.

Aber die Frage nach dem Buch bleibt mir doch. Denn eigentlich ist Elisabeth I bekannt als Förderin von Kunst, Literatur und Wissenschaft. Interessiert an neuen Entdeckungen. Warum muss Bruno im Geheimen nach diesem Buch suchen? Weil ihn die Inquisition immer noch sucht? Das tut sie bereits aus anderen Gründen. Weil das Buch auch von anderen gesucht wird und er deshalb lieber nicht offenbart, dass er auch danach sucht?

Meine Vermutung, dass diese Frage erst im Folgeband von Ketzer ansatzweise gelöst werden könnte, werde ich wohl nicht im Lesezelt von Stephanie Parris überprüfen, dafür war mir dieser erste Teil der Suche zu abwegig mörderisch. Aber in die Taverne komme ich gerne wieder und nicht nur wegen des schon von Sophia gerühmten Bieres.

Verfasst von: Bri | 13. November 2011

Diamonds are a states best friends …

Sie werden mit klingende Namen wie Blue Hope, Grüner Dresdner oder Excelsior Diamant bedacht, sind nicht nur a girls best friend und haben meist eine blutige Geschichte. Durch die Jahrhunderte hindurch sind sie begehrt und manche stürzen ihre Besitzer aufgrund eines auf ihnen lastenden Fluches ins Unglück. Ihre Anziehungskraft mindert das aber in keinem Fall – tatsächlich macht sie dies noch begehrenswerter.

Die als Rohmaterial eher unscheinbar wirkenden Schätze der Natur sollen in Ewald Arenz’ wunderbarem Halbkrimi Das Diamantenmädchen dem deutschen Reich sogar aus der Schuldenmisere helfen, die das Land nach dem Ersten Weltkrieg auch aufgrund der immens hohen Reparationszahlungen in große Schwierigkeiten gestürzt hat.

Carl von Schubert, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, weiß, dass meisterhaft geschliffene Diamanten sehr viel mehr Geld erlösen, als Rohdiamanten und nutzt seine Bekanntschaft zu Lilli Kornfeld, einer jungen Journalistin der Berliner Illustrirten um Kontakt zu einem der besten Diamantenschleifer aufzunehmen: Paul van der Laan. Van der Laan ist Lillis Freund aus Kindertagen, Nachbar und erste große Liebe. Zusammen mit Lillis älterem Brüder Wilhelm waren die drei ein untrennbares Kleeblatt – so lange bis der Erste Weltkrieg und seine furchtbaren Auswirkungen das Kleeblatt auseinander reißt …

Wo Diamanten im Spiel sind, fließt meist auch Blut – auch im Berlin der anfänglichen 1920er Jahre ist das der Lauf der Dinge. Ein Schwarzer wird ermordet aufgefunden. Auf dem Balkon des Theaters am Nollendorfplatz finden die zuständigen Kommissare Schambacher und Togotzes an der Leiche einen kleinen grünen Splitter eines Diamanten, der sie verschiedene Spuren verfolgen lässt …

Ewald Arenz’ Das Diamantenmädchen vereint wieder einmal die großen Stärken des Autors: eine wunderbar poetische Sprache, Einfallsreichtum, absolut gewissenhafte Recherche, Einzigartigkeit, ein unfehlbares Gespür für Dialoge und die wunderbare Ausarbeitung der dadurch entstehenden Atmosphäre.

Als Krimi angelegt zeigt der Roman allerdings weit mehr. Er entführt den Leser in ein genau geschildertes Berlin vor und nach dem ersten Weltkrieg und zeigt damit die Veränderungen der Stadt und vor allem der Menschen, die dort leben. Auswirkungen, die niemand, allen voran die vielen jungen Männer, die sich zuhauf freiwillig gemeldet hatten, um ins Feld zu ziehen, auch nur ansatzweise erahnen konnte. Der Mord an einem Schwarzen, einem früheren Askari, bildet nur den Hintergrund für diese sehr einfühlsam geschilderte Geschichte – für hart gesottene Krimifans mag das nichts sein, für Leser, die gerne etwas mehr Inhalt als nur Mord und Totschlag geboten bekommen, allerdings genau das Richtige.

Das Diamantenmädchen funkelt und strahlt noch lange nachdem die letzte Seite des in einem äußerst eleganten Crèmeton eingeschlagenen und mit einem passenden Cover versehenen Regaljuwels zugeklappt wurde. Nun blitzt es in einer Reihe mit den anderen Regaljuwelen des Autors um die Wette.

Weiterführende Informationen zu Buch  und Autor                                                                      

 

 

 

 

©BvF

Verfasst von: Bri | 21. Oktober 2011

Wer den Namen des Windes kennt, besitzt große Macht

Ein Mann, der vorgibt, ein einfacher Wirt zu sein und der viele Namen hat.  Als  Wirt heißt er Kote, sein eigentlicher Name ist Kvothe, sein Schüler nennt ihn Re’shi. Er wird der Blutlose genannt, ein Königsmörder, der größte Zauberer  seiner Zeit soll er sein und sitzt unerkannt in einem einfachen Dorfwirtshaus. Die Geschichten über ihn sind – ebenso wie seine vielen Namen – Legende.
Als sich die Zeichen häufen, dass die Strassen immer  unsicherer werden und merkwürdige Wesen erscheinen, legt er sich im Wald auf die Lauer. Sein Interesse gilt seit langem den Sieben, den Chandrian. Dämonen sollen sie sein oder etwas anderes. Sie tauchen plötzlich auf, töten alle, die ihren Weg kreuzen und hinterlassen rostendes Eisen und blaue Flammen. Was wirklich hinter den Geschichten und den Liedern über die Chandrian steckt will Kvothe seit langer Zeit aus persönlichen Gründen aufdecken. Als er auf der Lauer liegend des Nachts im Wald an einem Lagerfeuer sitzt, stösst der Chronist zu ihm und verdankt ihm seine Rettung, sein Leben.
Der Chronist, ein weitgereister Mann mit großem Wissen, erkennt Kvothe und bringt ihn dazu, ihm seine wahre Geschichte zu erzählen. Unter bestimmten Voraussetzungen: Kvothe benötigt drei Tage, um seine Geschichte zu erzählen – nicht weniger, nicht mehr -  und der Chronist wird nicht die geringste Kleinigkeit an der Geschichte verändern.

… „Mein Name ist Kvothe. Namen sind wichtig, denn sie verraten einem viel über einen Menschen. Ich habe schon mehr Namen getragen als irgendjemand rechtmäßig tragen dürfte.
Die Adem nennen mich Maedre. Das bedeutet, je nachdem, wie man es ausspricht, >die Flamme<, >der Donner< oder >der zerborstene Baum<.
>Die Flamme< ist leicht nachzuvollziehen, wenn man mich je gesehen hat. Ich habe leuchtend rotes Haar. Wäre ich ein paar Jahrhunderte früher geboren, hätte man mich wahrscheinlich als Dämon verbrannt. Ich trage mein Haar kurz, aber es ist widerspenstig. Sich selbst überlassen, steht es zu Berge, und dann sehe ich aus, als stünde ich in Flammen.
Den >Donner< führe ich auf meinen kräftigen Bariton zurück und auf viel Bühnenerfahrung in jungen Jahren schon.
Den >zerborstenen Baum< fand ich nie sonderlich treffend. Im Nachhinein könnte man darin jedoch ein Vorzeichen sehen.
Mein erster Lehrer nannte mich E’lir, weil ich klug war und das auch wußte. Meine erste große Liebe nannte mich Dulator, weil ihr der Klang gefiel. Man hat mich auch Shadicar genannt, Flinkfinger und der Sechssaitige. Man nannte mich Kvothe den Blutlosen, Kvothe den Arkanen und Kvothe den Königsmörder. Ich habe mir die Namen verdient. Ich habe sie mir erkauft, und ich habe dafür bezahlt.
In meiner Kindheit jedoch hieß ich schlicht nur Kvothe. Mein Vater sagte mir einmal, das bedeute >zu wissen<. Man hat mich natürlich noch mit vielen weiteren Bezeichnungen belegt. Die meisten davon unflätig, nur die wenigsten unverdient.
Ich habe geraubte Prinzessinnen aus den Händen schlafender Unholde befreit. Ich habe die Stadt Trebon niedergebrannt. Ich habe eine Nacht mit Felurian verbracht, und es hat mich weder das Leben noch den  Verstand gekostet. Ich wurde von der Universität verwiesen, in jüngerem Alter als die meisten Leute dort zugelassen werden. Ich wandele im Mondschein auf Pfaden, von denen andere auch bei Tag nicht zu reden wagen. Ich habe mit Göttern gesprochen, habe Frauen geliebt, habe Lieder geschrieben, bei denen selbst die Sänger in Tränen ausbrechen.
Ihr habt womöglich schon von mir gehört.“ …

So beginnt Kvothe seine Geschichte. Und für mich war das ein unglaublicher Einstieg. Unglaublich wegen der Kraft seiner Worte. Auf so etwas habe ich seit langem gewartet und unverhofft hielt ich es in Händen.

Der Name des Windes ist der erste Band der Königsmörder Chroniken und beinhaltet den ersten Tag der Aufzeichnung. Patrick Rothfuss führt uns in eine neue Welt, eine Welt des fahrenden Volkes, der Dämonen, der Weisen – wie einst J.R.R Tolkien in die Welt der Hobbits, Ringgeister und Elben. Und doch anders. Die Vergleiche mit Tolkien, die überall bereits angestrengt werden, sind meiner Meinung nach schwer zu bewerten. Erwartet man eine Geschichte, wie den „Kleinen Hobbit“ oder „Den Herrn der Ringe“, ist man sicher etwas enttäuscht. Lässt man sich aber auf eine neue phantastische Welt ein, dann wird man mit einem Regaljuwel belohnt.
Die Sprache, die Rothfuss spricht, ist geschliffen und trifft mit jedem Wort.  Hier ist der Vergleich mit Tolkien vielleicht am ehesten angebracht.. Rothfuss ist ein wahrer Geschichtenerzähler und so fühlte ich mich an den Tisch im „Wegstein“ versetzt, lauschend, erahnend, von welch großartigen Geschehnissen ich erfahren würde.
Ich habe Kvothe auf seinen Abenteuern begleitet, habe mit ihm gelitten, ihn bewundert und bin gespannt, wie er seinen Weg fortsetzen wird.

Das einzige was mir an diesem Buch nicht gefällt, ist die Tatsache, dass ich nun erst wieder lange auf den nächsten Band warten muss. Ich wünsche Patrick Rothfuss eine flotte Feder und uns Lesern damit eine baldige Fortsetzung einer wunderbaren Geschichte.

©BvF

Verfasst von: Bri | 20. Oktober 2011

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Phantastische Literatur ist eines meiner Lieblinggenres. Aber gut muss sie sein, sowie Tolkiens meisterhaft erschaffene Welt oder Rowlings ideensprühendes Paralelluniversum. Da ist es schwer für neue phantastische Werke dagegen anzukommen. Und doch hat es vor ca. einem Jahr der erste Band einer Trilogie – was könnte es anderes als ein Mehrbänder sein – geschafft.

Der Name des Windes – Die Königsmörder Chroniken erster Tag von Patrick Rothfuss ist ein gigantisches Lesevergnügen

Mehr zu Buch und Autor auf der Verlagsseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun erscheint demnächst der erste Teil des zweiten Bandes mit dem Titel

Die Furcht des Weisen – Die Königsmörder Chroniken  zweiter Tag / erster Teil

mehr Informationen zum Buch gibt es hier

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus diesem Grund demnächst in diesem Kino die Rezension zum Namen des Windes und nach und nach und nach – je nachdem wieviele Teile es noch werden -auch zu den weiteren Teilen dieses wunderbar phantastischen Epos.

Ein kleines Kaff in Georgia, abgelegen und von Gott und der Welt vergessen. Ablenkung von der alltäglichen Arbeit in der Baumwollspinnerei und den Nöten des Lebens bietet nur Miss Amelias selbstgebrannter Whisky, der harte Männer dazu bringt, die Welt mit anderen Augen zu sehen und den Kern der die Welt im Inneren zusammenhält, zu erkennen.

Miss Amelia ist die Frau, die in Carson McCullers Ballade vom traurigen Café im Mittelpunkt steht und die einzige in der ganzen Erzählung, die überhaupt einen Platz neben den Männern einnimmt. Sie ist unabhängig und stark und zweiteres sogar im wahrsten Sinn des Wortes. Anlass zu Spekulationen gibt immer noch die 10-Tage-Ehe zwischen Miss Amelia und Marvin Macy. Was nach der Trauung zwischen den beiden geschah und dazu führte, dass Macy schlussendlich verschwand, bleibt für immer im Dunkeln. Klar ist nur eines: er wird nie wieder die Schwelle ihres Ladens überschreiten.

Das tut ein anderer: Miss Amelias buckliger Vetter Lymon, der eines Tages völlig unerwartet auftaucht und höchstwahrscheinlich gar nicht ihr Vetter ist, kommt und bleibt, wird gehegt und gepflegt und scheint die Liebe in Miss Amelia zu erwecken. Aus dem anfänglichen Laden, in dem Miss Amelia ihren exquisiten Selbstgebrannten und allerlei andere Waren verkauft, wird nach und nach ein Café. Das Café, das die einzige Attraktion in der Einöde Georgias darstellt und die Menschen anzieht, wie die Motten das Licht.

Und auch Macy wird wieder angezogen …

Carson McCullers Erzählung ist ein außergewöhnliches Buch. An manchen Stellen fühlt man sich an Grüne Tomaten erinnert – aber nur deshalb, weil die Zeit dieselbe ist, der Ort genauso abgelegen und eigentlich trostlos und die Menschen mit denselben Sorgen, Ängsten und Nöten zu kämpfen haben. Aber abgesehen davon, ist die Ballade vom traurigen Café völlig einzigartig. Einzigartig ist der Stil, ist die Atmosphäre, sind die Personen und Geschehnisse.Hier werden ungeschönt und in einfacher Sprache die fundamentalen Themen des Lebens angesprochen: Liebe, Enttäuschung, Vertrauen und Verrat.

Kompakte Lektüre für ein paar Stunden, die den Leser nachdenklich zurücklässt.

Für mehr  Informationen zum Buch und zur Autorin geht es hier entlang.

©BvF

Wieder einmal haben mich zwei Schmuckstücke erreicht – wer mich kennt, weiß, dass ich die Begriffe Zufall und Glück für solche Fügungen ablehne.

Eins wollt ich Dir noch sagen von Louisa Young

weitere Informationen zum Buch gibt es auf der Verlagsseite

ist ebenso eine Augenweide wie

Das Diamantenmädchen von Ewald Arenz – einem meiner Lieblingautoren, den es noch für viele LeserInnen zu entdecken gilt.

Das Diamantenmädchen

und auch zu diesem Buch gibt es weitere Informationen beim ars vivendi verlag und eine Leserunde bei Lovelybooks

Rezensionen zu diesen beiden Schmuckstücken wird es aber auch demnächst in diesem Kino geben.

©BvF

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